Um den Prozess der Unternehmenstransformation zu beschleunigen, hat Audi ausländischen Medienberichten zufolge angekündigt, ab dem 1. März 2025 einen neuen Bereich “Transformation, Beratung und Organisation” einzurichten, in dem alle transformationsrelevanten Funktionen zusammengefasst werden. Diese Maßnahme ist nach der Umsetzung der seriellen Organisationsstrukturanpassung zu Beginn des Jahres eine weitere wichtige strategische Weichenstellung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens durch die Optimierung der Organisationseffizienz und die Vereinfachung der Managementprozesse zu steigern. Allerdings wird Audi im Rahmen dieser Umstrukturierung auch Mitarbeiter entlassen.
Laut Audi wird der neue Bereich “Transformation, Beratung und Organisation” von Yvonne Bettkober geleitet, die über umfangreiche Erfahrungen im grenzüberschreitenden Management verfügt. Yvonne Bettkober war zuvor Direktorin für Globale Organisationsentwicklung und Transformation beim deutschen Volkswagen-Konzern und dessen Tochtergesellschaft CARIAD.
Es wird berichtet, dass Audi-Chef Gernot Döllner mit der Umsetzung der “Audi Agenda” das Ziel verfolgt, die Unternehmen zu reorganisieren, die Betriebskosten zu senken, die Innovationsfähigkeit und die Produktionseffizienz zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Audi auf dem Automobilmarkt zu steigern.
Diese Umgestaltung geht jedoch weit über die Einrichtung neuer Abteilungen hinaus. Laut der Deutschen Wirtschaftszeitung plant Audi einen milliardenschweren Kostensenkungsplan. Audi plant, die Materialkosten bis 2030 um bis zu 8 Milliarden Euro zu senken, mit einer durchschnittlichen jährlichen Reduzierung von 1,6 Milliarden Euro, während die Arbeitskosten um 1 Milliarde Euro pro Jahr gesenkt werden sollen. Zu den konkreten Maßnahmen gehören umfangreiche Entlassungen, Kürzungen von Sozialleistungen und die Auslagerung von Geschäftsbereichen. Obwohl die zwischen Audi und der deutschen Gewerkschaft vereinbarte Beschäftigungsgarantie bis 2029 gilt, können die Unternehmen ihr Personal durch freiwilliges Ausscheiden und Vorruhestand optimieren.
Nach der Marktleistung zu urteilen, steht Audi vor großen Herausforderungen. Im Jahr 2024 belief sich der weltweite Absatz von Audi auf 1,67 Millionen Fahrzeuge, was einem Rückgang von 12% gegenüber dem Vorjahr entspricht; davon ging der Absatz von Elektrofahrzeugen um 7,8% gegenüber dem Vorjahr auf 164.500 Fahrzeuge zurück, was einem Marktanteil von weniger als 10% entspricht. Audi befindet sich in den beiden Schlüsselmärkten China und Vereinigte Staaten in einer besonders schwierigen Situation. Um den Rückgang in China umzukehren, versucht Audi, über seine Tochtergesellschaft Elektrofahrzeuge ohne Markenidentität zu verkaufen. Auf dem US-amerikanischen Markt wird Audi in einem möglichen Zollstreit in den Vereinigten Staaten aufgrund fehlender lokaler Produktionsstandorte benachteiligt sein. Derzeit erwägt Audi, Autos in den Vereinigten Staaten zu produzieren, aber der Bau einer Fabrik wird viel Geld kosten und viel Zeit in Anspruch nehmen.
Trotz der Schwierigkeiten geht Audi davon aus, dass seine Umsatzrendite bis 2030 durch die Umsetzung eines Kostenoptimierungsplans deutlich steigen wird. Die Daten zeigen, dass die Umsatzrendite von Audi in den ersten drei Quartalen des Jahres 2024 nur 2,5% betrug, was in der Automobilindustrie als niedrig angesehen wird. Es wird erwartet, dass Audi seinen vollständigen Jahresfinanzbericht 2024 Mitte März veröffentlichen wird.
